28.10.2016

Das Werk und der Bund

Ein neues Projekt und zwei Ausstellungen des Werkbunds


An dieser Stelle wollen wir auf eine Institution aufmerksam machen, die in der Architekturgeschichte Deutschlands und für die Deutschen Werkstätten eine große Rolle spielte, den Werkbund. Er wurde 1907 in München gegründet und verschrieb sich „der Veredelung der gewerblichen Arbeit im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk, durch Erziehung, Propaganda und geschlossene Stellungnahme zu einschlägigen Fragen“ (vgl. Satzung, Gründungszweck). Die Deutschen Werkstätten gehörten ebenso zu den Gründungsmitgliedern wie zahlreiche Architekten, die auch in Hellerau und für die Deutschen Werkstätten arbeiteten, beispielsweise Hermann Muthesius, Peter Behrens, Josef Hoffmann, Bruno Paul, Richard Riemerschmid, Josef Olbrich, Adelbert Niemeyer und Wilhelm Kreis. Alle zusammen verfolgten ein Ziel: die Qualitätsverbesserung der industriellen und handwerklichen Produkte, auch in gestalterischer Hinsicht. Der Bund widmete sich im Verlauf der Jahrzehnte vielen Werken. Dazu zählten auch Siedlungen oder Bauausstellungen, die zeitweise zu starken Kontroversen in Fachkreisen Anlass gaben. Der bekannteste Versuch, Antwort auf die brennenden Fragen der Gegenwartsarchitektur und des Städtebaus zu finden, war bisher wohl die „Weißenhofsiedlung“ in Stuttgart.

Auf Initiative des Berliner Werkbunds wird diese wichtige Tradition nun fortgesetzt. In Charlottenburg entsteht gerade eine neue Werkbundsiedlung, nein, es handelt sich um eine WerkBundStadt, so der offizielle Titel. Hier wird die Stadt des 21. Jahrhunderts mit all ihren Bezügen und Gefügen neu gedacht. Beteiligt sind einige der besten deutschen und deutschsprachigen Architekten der Gegenwart, die sich für diese „Jahrhunderttat“ zusammenfanden. Am Spreebord in Berlin kann man sich zurzeit sowohl die historischen als auch die hochaktuellen Konzepte und Planungen in zwei Ausstellungen anschauen. Wie schon 2014 für die Werkbundausstellung zur Architekturbiennale in Venedig, hatten wir Gelegenheit, uns zu beteiligen. Wir unterstützten das Vorhaben durch die Lieferung von Ausstellungsdisplays, große, frei stehende Tafeln und Lesepulte. Die Tafeln sind farbig gestaltet und frei kombinierbar, so dass eine Anpassung an unterschiedliche Räumlichkeiten möglich ist. Immerhin soll die Präsentation noch auf Wanderschaft gehen. Der besondere Clou sind die Scharniere zwischen den einzelnen Tafeln, die die Elemente auch verbinden. Da keine handelsübliche Ware den Ansprüchen des Systems genügen konnte, gaben wir kurzerhand Sonderanfertigungen in Auftrag. Nichts ist uns gut genug für unsere alten neuen Partner.

Vielleicht haben Sie Lust, sich den Ort des Geschehens anzusehen:
Ausstellung der Entwürfe für die "WerkBundStadt Am Spreebord Berlin" und
Ausstellung "Bauen und Wohnen – Die Geschichte der Werkbundsiedlungen."
24.09. – 27.11.2016, jeweils Do – So, 16 – 19 Uhr
(Führung durch die historische Ausstellung immer sonntags 16.30 Uhr)
im WerkBundHaus, Quedlinburger Straße 11, 10589 Berlin
Eintritt frei.


Hier erfahren Sie mehr: www.werkbundstadt.berlin

Die erste Geschäftsstelle des Deutschen Werkbundes war übrigens im historischen Firmengebäude der Deutschen Werkstätten in Hellerau und wir sind ohne Unterbrechung bis heute Mitglied des Werkbunds. Das sind beachtliche 109 Jahre Vereinsmitgliedschaft!

Text: PR Deutsche Werkstätten
Fotos: Stefan Müller/WerkBundStadt