Unsere Zeit ist gekommen

Die Deutschen Werkstätten in Russland

Der Markteintritt in Russland war hart für die Deutschen Werkstätten. Mit Ausdauer hat die Niederlassung in Moskau, die Deutsche Werkstätten Interior (DWI) eine Durststrecke von 2006-2012 überlebt. Jetzt ist DWI der Ansprechpartner für europäische Qualität in der russischen Hauptstadt. Geschäftsführer Benjamin Pettermann registriert eine sehr große Nachfrage: „Momentan arbeiten wir an einem Einfamilienhaus mit 6000 Quadratmetern Fläche und an zwei Penthäusern. Auf der Akquiseliste stehen 20 weitere Projekte.“ Das Problem, das sich aus dem Erfolg ergibt, ist nicht leicht zu lösen: Kunden, mit denen monate- oder gar jahrelang über Projekte gesprochen wurde, möchten nicht weitere Jahre warten, bis es umgesetzt wird. „Ich kann dann nicht sagen: Kommt bitte 2025 wieder. Das versteht kein Kunde.“  DWI werden also in jeder Hinsicht wachsen.

2018 wurde eine neue Fertigungshalle mit 2300 Quadratmetern Fläche fertiggestellt. Eine Nachbarhalle ist bereits angemietet und wird hergerichtet. Die Belegschaft ist stetig gewachsen und soll bald 60 Fachkräfte umfassen. Partnerunternehmen werden gesucht und gefunden.

Die in Deutschland alltäglichen Nachwuchsprobleme oder den hiesigen Fachkräftemangel erlebt Daniel Neumann in Russland nicht: „Bei mir melden sich Bewerber, die vier Sprachen sprechen, die teilweise in Deutschland studiert haben, die mit Auto-CAD arbeiten. Wenn wir sie weiter schulen, können wir sie richtig gut einsetzen.“ Wenn dann noch Glück bei neuen Führungskräften hinzukommt, ist der Erfolg nachvollziehbar und ausbaufähig.

Benjamin Pettermann ist selbst erst 2018 zu den Deutschen Werkstätten gestoßen. Der Bauingenieur hatte, ohne es zu ahnen, die Diplomarbeit geschrieben, die das Geschäft der Deutschen Werkstätten in Russland trefflich beschreibt: „Genehmigungsverfahren für Hochbauten in Russland - mit dem Fokus auf Moskau.“ Nach seinem Studium arbeitete Pettermann neun Jahre für ein anderes Unternehmen auf zahlreichen Baustellen in Russland. 2018 lernte er DWI und den langjährigen Geschäftsführer Daniel Neumann bei den Arbeiten in der Schweizer Botschaft in Moskau kennen, war sehr beeindruckt vom professionellen Auftritt der Dresdner und brauchte nicht lange nachdenken, als der das Angebot von DWI erhielt und als Projektleiter einstieg. Im Jahr 2021 ist er dann auf Daniel Neumann gefolgt, der nach 15 Jahren in Moskau zum Unternehmenshauptsitz in Dresden zurückgekehrt und in das dortige Hochbaugeschäft eingestiegen ist.

In Moskau können Dank Benjamin Pettermanns Expertise verstärkt komplette Bauprojekte und das Baumanagement angeboten werden. „Der Markt ist reif. Wir müssen es nur noch umsetzen. Schön zu sehen, dass das Russlandgeschäft endlich funktioniert!“

Villa, Moskau, Treppenhaus © Bildinhalte: Deutsche Werkstätten, © Fotos: Frank Herfort