13. Mai 2015 – 31. Juli 2015 · 19:30 Uhr

Jan Muche: Repeater

Zitat aus „modern machines“, Vorwort, erschienen in „Jan Muche - Der Grund“, © 2011 Kerber Verlag (Autor Christian Malycha):

 

Der abstrakte Zugriff auf sämtliche Bildmittel ist in Jan Muches Malerei von Anfang an enthalten. Er beginnt als gestischer Maler, der seine intuitiv gesetzten Farbschwünge bewusst mit Halt gebenden, geometrisch eingezogenen Balken auffängt und zu einem dicht geschlossenen Ganzen formt. Zwischen 2003 und 2004 werden die Bilder figurativer und aufgrund der unterschiedlichsten zusammenmontierten Motivversatzstücke immer vielschichtiger und verschachtelter. Ab 2006 integriert Muche zudem Schrift in seine Bilder, die gegenüber den figurativen Bildsituationen eine massive motivische Störung darstellt und jede eindeutige semantische Beziehung mit diesen spielend unterläuft. Gerade daran zeigt sich der bildsyntaktische Gebrauch der Schrift, die als rein kompositionales Element verwandt ist, sind Muches Bilder doch schließlich alles andere als narrativ. Seit Ende 2009 entstehen nun wieder Bilder ganz ohne Schrift. War sie in der vorangegangenen Werkphase fester Bestandteil des bildnerischen Repertoires, stellt sich Muche nun neue Herausforderungen und widmet sich ganz dem Bildbau aus unzähligen kontrastierenden Farbmodulen. Die Bilder zeigen derweil nicht bloß abgebildete Konstruktionen, sondern werden malerisch selbst.

Fotos: Lothar Sprenger