19. Mai 2009 – 30. Juli 2009 · 13:45 Uhr

Imbildimraum

"Imbildimraum". Die neue Ausstellung der unternehmenseigenen Werkstättengalerie präsentierte von Mai bis Anfang Juli Arbeiten von Stefan Eberstadt und Dittmar Krüger: Für Räume interessieren sich beide Künstler. Während es bei Krüger der Bild- bzw. Farbraum ist, setzt sich Eberstadt mit der räumlichen Wirkung seiner Skulpturen auf den Betrachter bzw. deren Wirkung auf die unmittelbare Umgebung auseinander. Krüger präsentierte im Ausstellungsbereich mitten im offenen Bürobereich der Hellerauer Werkstätten eine Reihe von Wandobjekten; Kästen in variierender Größe. Die Vorderseiten der Arbeiten sind mit Acrylglas unterschiedlicher Transparenz abgedeckt und ermöglichen Einblicke in das farbige Innere der Objekte. Farbe, Licht und Schatten überlagern sich und lassen einen Bildraum entstehen, der zwischen Fläche, Körper und Raum oszilliert und sehr sinnlich wirkt. Stefan Eberstadts Wand- und Bodenskulpturen sind minimalistische Installationen, die kritisch Strukturen und Wahrnehmungsprobleme der Moderne hinterfragen. Indem Eberstadt Dinge in den Außen- bzw. Innenraum setzt, verändert er das Verhalten der Menschen. „Das ist manchmal wie ein Spielplatz für Erwachsene“, so Colin Ardley, Kurator der Werkstättengalerie. Eberstadt provoziert durch seine Arbeiten ein Thema, das auch den unmittelbaren Bogen zu den Werkstätten schlägt: Die Frage nach dem Verhältnis von Kunst einerseits und Design bzw. Raumgestaltung andererseits. Bei der Architektur-Biennale in Venedig 2006 sorgte er mit seinem „Rucksack-Haus“ für Aufsehen. Dieses Haus mit einer Grundfläche neun Quadratmetern kann einfach an bestehende Gebäude angehängt werden. Geboren wurde die Idee, Eberstadt und Krüger zum ersten Mal gemeinsam zu präsentieren, durch Colin Ardley. Beide Künstler haben ihn fasziniert. „Für die sehr zurückhaltenden Bildobjekte von Dittmar Krüger habe ich nach einem Counterpart gesucht und bin in der Londoner Rocket Gallery 2008 auf Werke von Stefan Eberstadt gestoßen“, so Ardley, der seit über 15 Jahren die frei zugängliche Unternehmensgalerie der Deutschen Werkstätten Hellerau betreut.

Die Arbeiten von Krüger und Eberstadt sind minimalistisch, aber nicht in der Wirkung, sondern vielmehr in der Methode. Die geometrischen Exponate sind extrem genau geplant und ausgeführt. Die Künstler hatten sich erst am Tag der Vernissage in Hellerau zum ersten Mal persönlich kennengelernt. Spannend finden beide, dass es eben nicht der klassische Ausstellungsbereich ist, sondern ein offener, den gegenseitigen Austausch befördernder Raum. Stefan Eberstadt findet Hellerau besonders interessant, weil seine Arbeiten auch stark architektonisch wirken, Skulpturen zum Anschauen und zum Benutzen sind, oft nah am Möbelstück. Die Nähe zu den Mitarbeitern reizt Dittmar Krüger besonders. Ihm ist der Wahrnehmungsprozess wichtig, da sich seine Kunstwerke wirklich umfassend erst allmählich, in einem langsamen Tempo erschließen. Allein das sich natürlich wandelnde Tageslicht verändert die Objekte und deren Wirkung. Ausstellungsdauer: 14. Mai bis 31. Juli 2009.

Fotos: Sven Döring