21. Januar 2009 – 24. April 2009 · 15:32 Uhr

room to move

Vorrangig Großplastiken, mehrteilige Arbeiten aus Massivholz, waren im Raum verteilt und konnten so miteinander in Beziehung treten. Sie luden ein zum Bewegen, schufen neue gedankliche Räume im Raum. Damit war diese Ausstellung der Werkstättengalerie nah dran an dem Unternehmen – in dem Material wie dem Hauptthema, dem Gestalten von Räumen – und weit entfernt. Aber Wärme entsteht erst durch Reibung. Hier durch den Gegensatz von dem hohen Anspruch an Perfektion der Werkstätten einerseits und dem oftmals groben Umgang des Künstlers mit dem Material andererseits. Der Umgang mit dem Material erscheint spröde, fragil, manchmal gebrochen, Arbeitsspuren bleiben bewusst erhalten. Eine reduzierte, archaisch anmutende Handschrift, die den Kompositionen ihre ganze Kraft und Vitalität lässt. Die Nähe von Kadolphs Kunst und den Deutschen Werkstätten Hellerau kommt nicht von ungefähr. Mathias Kadolph absolvierte vor seinem Studium der freien Künste ein Architekturstudium. So finden sich in seinen Arbeiten dann auch immer wieder Zitate, Formvokabular aus der Architektur: Fenster, Durchlässe, Treppen, Stufen, Dreidimensionales. In den seltensten Fällen stellen seine Objekte etwas Konkretes dar. Nicht Haus, sondern eher Behausung, Schutz. Zeichnungen und Modelle bilden die Basis für die künstlerische Auseinandersetzung im Atelier, wo massive Rohlinge aus Holz einschneidend und entscheidend bearbeitet werden. Zum ersten Mal war der in Hamburg lebende Künstler mit einer Personalausstellung bei den Werkstätten zu Gast.

Ausstellungszeitraum: 22. Januar bis 24. April 2009