28. Februar 2008 – 30. Mai 2008 · 13:22 Uhr

Gaudi unseen

Die Ausstellung „Gaudí Unseen. Die Vollendung der Sagrada Família“ ist für zwei Monate in der Werkstättengalerie der Deutschen Werkstätten Hellerau präsentiert worden. Diese Exposition tauchte ein in die Gedankenwelt Antoni Gaudís und die komplexen Überlegungen und Geometrien, die sich hinter seiner scheinbar überbordenden Formenwelt verbergen. Im Mittelpunkt der Präsentation stand dabei die Sagrada Família, an der Gaudí 43 Jahre arbeitete und die als Quintessenz seines vielschichtigen Werkes betrachtet werden kann. Heute, 126 Jahre nach der Grundsteinlegung, verzeichnet die der Fertigstellung zustrebende Kathedrale über 2 Millionen Besucher jährlich.

Der spanische Architekt Antoni Gaudí war einer der kreativsten Entwerfer seiner Zeit. Die Wahrnehmung von Gaudís konstruktivem Genius hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich fortentwickelt. Untersuchungen gerade der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Architekt für den Entwurf der Sagrada Família einen Kodex aus geometrischen Regelflächen, vornehmlich Hyperboloiden, Paraboloiden, Konoiden und Helikoiden in unterschiedlichen Maßsequenzen verwendet hat. Wesentliche Forschungen hat dazu Mark Burry am Spatial Information Architecture Laboratory (SIAL) in Melbourne unternommen. Mit Hilfe einer ursprünglich im Schiffbau verwendeten Software hat er Gaudís komplexe Entwurfsideen in dreidimensionale Datensätze übersetzt. Sie bilden heute die Arbeitsgrundlage für den Weiterbau der Kirche. Die Deutschen Werkstätten Hellerau hatten die Ausstellung vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt a. M. übernommen; aus einer großen Verbundenheit und geistigen Nähe zur Arbeit Gaudís heraus. Großformatige Gipsmodelle einzelner Bauteile und -gruppen wie ein riesiges Modell des Gewölbes der Vierung, das mitten im Bürotrakt des Unternehmens schwebte, vermittelten einen lebhaften Eindruck von den Dimensionen des Jahrhundertprojekts. Speziell produziertes Videomaterial erlaubte  zudem Einblicke in die Arbeiten und Herausforderungen auf dieser ungewöhnlichen Baustelle.

Ausstellungsdauer: Februar bis Mai 2008// Ort: Werkstättengalerie der Deutschen Werkstätten Hellerau, Moritzburger Weg 68, 01099 Dresden