Vom Topf bis zur Fassade

Villa, St. Petersburg

Leistungen Deutsche Werkstätten:
Entwurf, Innenausbau, Projektmanagement

Fertigstellung 2012

Fotos

Der große Architekt Hermann Muthesius hat die Deutschen Werkstätten Hellerau vor 100 Jahren als Unternehmen bezeichnet, das sich mit vielem auskennt: vom Sofakissen bis zum Städtebau. Orte wie Hellerau bauen die heutigen Deutschen Werkstätten noch nicht wieder, aber das Portfolio an Leistungen hat sich in den vergangenen Jahren stetig erweitert. Ein weiterer Beleg dafür ist die Residenz vor den Toren von St. Petersburg, die wir im Herbst 2012 übergeben haben. In dem Wohnhaus für eine fünfköpfige Familie haben sich die Deutschen Werkstätten ebenso um die Gestaltung der Basaltlava-Fassade oder die Freiraumplanung wie um die Bestückung der Küche mit einer Armada an Töpfen gekümmert. Auch für die Aufteilung der Räume in dem mehr als 1000 qm großen Haupthaus zeichneten wir verantwortlich.
Das Erdgeschoss ist durch einen Empfangsbereichs bei Bedarf öffentlich nutzbar. Hier befinden sich auch das Esszimmer und die große Küche. Die 6,80 Meter lange Esstischplatte für 18 Personen ruht auf nur vier sichtbaren Beinen und ist aus hochglanzlackiertem Makassar und mit einer eingelegten Edelstahllisene verziert. Im ersten Stock sind das Schlafzimmer der Auftraggeber sowie ihre Ankleidezimmer untergebracht, die Bade- und Arbeitszimmer, aber auch das Wohnzimmer, ein Heimkino sowie der russische Billardtisch. Er ist eine 11 Fuß-Spezialanfertigung und wiegt 1,5 Tonnen. Im zweiten Stock wohnen die drei Kinder sowie Gäste. Im Untergeschoss befindet sich ein opulenter Weinkeller, im Seitenflügel des Erdgeschoss ein Swimmingpool, ein Banja mit Tauchbecken sowie ein Raum für Massage und Maniküre.
Eine der anspruchvollsten Aufgaben stellte sich für die Hellerauer Konstrukteure und Tischler im Sommerpavillon, in dem eine kreisrunde Tischanlage mit eingebauter Küche bis zu 16 Gäste am Livekochen teilhaben lassen kann. Dafür fährt der innere Kern der Tischplatte elektrisch betrieben an die Decke und gibt die Küchentechnik frei. Diese technischen Raffinessen waren dem Auftraggeber ein Anliegen, genauso wie die deutsche Wertarbeit, die er aufgrund ihrer Qualität schätzt. Der Großteil der am Bau und Innenausbau beteiligten Firmen, die von den Deutschen Werkstätten koordiniert wurden, stammt daher auch aus Deutschland.

Text: Deutsche Werkstätten
Foto: Juri Molodkovets