Komplett neu

Villa, Deutschland

Komplettmanagement und Innenausbau einer Villa in Deutschland

Fertigstellung 2014

Fotos

Nicht nur, wenn einer eine Reise macht, kann er was erzählen. Auch bei einem Hausbau fällt Stoff für vielfältige Ausführungen an: über Verständnisprobleme zwischen Architekt und Handwerker, über Bauzeitenverlängerungen, über das Endergebnis, das so gar nicht dem entspricht, was der Bauherr sich am Anfang vorgestellt hat. Kollisionen sind im Fortgang eines Hochbauprojekts eher die Regel als die Ausnahme geworden. Jahrzehnte verzögerte Großprojekte geben Zeugnis davon. Um all dies zu vermeiden, managen die Deutschen Werkstätten seit einiger Zeit ganze Gebäude von den ersten Gesprächen mit dem Auftraggeber bis zur Schlüsselübergabe.

Diese Villa eröffnete uns zum ersten Mal in Deutschland die Gelegenheit, eine Bauherrnvertretung inklusive Gesamtmanagement zu übernehmen. In der Rückschau findet der Bauherr viele lobende Worte über den Projektverlauf. Die enge Begleitung der Familie während des gesamten Planungs- und Bauprozesses bot Entscheidungshilfen auf vielen Ebenen. So wurden über intensive Gespräche und gemeinsame Messebesuche Vorlieben identifiziert und Bedürfnisse benannt, die unmittelbar in die Planungen Eingang fanden. Gemeinsam suchten wir nach den besten Lösungen. Je sorgfältiger man in dieser Phase vorgeht, desto mehr passt der spätere Bau zum Auftraggeber. Genau deshalb widmen wir dieser „Vorarbeit“ so viel Aufmerksamkeit. Die Deutschen Werkstätten schlugen nach einer Abstimmung über den Stil des künftigen Gebäudes dem Bauherrn auch den idealen Architekten für das Bauwerk vor: das Büro Meixner, Schlüter, Wendt Architekten aus Frankfurt.

Zunächst sollte gar kein Neubau entstehen. Ursprünglich ging es lediglich um einen Umbau, der jedoch nicht zufriedenstellend bzw. nur mit Kompromissen und unter großen Aufwendungen hätte umgesetzt werden können. Die Kosten-Ergebnis-Relationen stimmten nicht. Der Vorschlag der Deutschen Werkstätten: Kompletter Neubau. Auf Wunsch des Bauherrn übernahmen wir die Gesamtbetreuung aller Aspekte des Baus – von der Wahl des Architekten über die Betreuung aller Gewerke bis zur Konzeption der Landschaftsplanung - in unseren Verantwortungsbereich.

Insgesamt dauerte es drei Jahre von den ersten Gesprächen bis zum Einzug: ein Jahr Konzept- und Planungsphase von den ersten Umbauvorschlägen bis zur Entscheidung für den Neubau, ein Jahr Neubauplanung parallel zum Abriss des Altbaus und ein weiteres Jahr vom Baustart des Neubaus bis zu seinem Bezug. Das Ergebnis ist im besten Sinne maßgeschneidert und es entstand in einer relativ kurzen Bauzeit, nachträgliche Anpassungen waren kaum mehr notwendig. Innenarchitektur, Freiflächen und Technik wurden von Anfang an mitbedacht. Design und Funktion verschmelzen im fertigen Haus zu einer selten erreichten Einheit.

Ausgangspunkt der Bedürfnisanalyse des Auftraggebers war der Bereich, in dem er sich hauptsächlich bewegt: die Innenräume. Hier liegen die Prioritäten. Alle Möbel sind eigens entworfen und angefertigt und werden durch ausgewählte hochwertige Serienmöbel ergänzt. Nicht nur in der Technik sind höchste Ansprüche erfüllt. Auch Komfort und Ästhetik kommen nicht zu kurz. So gibt es im Ankleidebereich Schuhpaternoster und in der Bar professionelles Equipment, das es mit jedem erstklassigen Hotel aufnehmen könnte. Ein besonders markantes und beeindruckendes Gestaltungsmerkmal sind die mit echtem Moos belegten Wände (Zusammenarbeit mit Freund GmbH - Link zur Website). Auch im Schlafzimmer gibt es derartige Glanzpunkte. Ein Highlight dort ist ein in Funktion und Gestaltung höchst anspruchsvolles Sideboard, das nicht nur die Materialität und die Farben des Raums aufnimmt, sondern auch einen Kaffeeautomaten mit Festwasseranschluss birgt. Im als Skulptur aufgefassten Treppenhaus ist ein geschwungener Handlauf als Gestaltungselement eingesetzt. Den Luftraum beherrscht eine ausdrucksvolle Designerleuchte (Entwurf: diekollegen – Link zur Website). Allerorten ist feine Handarbeit zu sehen. Die Fensterbretter sind über Schablonen abgenommen und gefertigt. Die Sockelleisten folgen bündig den geschweiften Wänden. Es sind solche Details, die letztlich zur Perfektion des Ganzen führen in diesem komplett neuen Zuhause, dessen Entstehung wir zu großen Teilen handwerklich selbst ausführen und vollständig managen durften.

Text: Deutsche Werkstätten
Foto: 1,3,4,5,6: Sven Döring; 2: Nina Freund; 7,8: diekollegen-hein seidel