Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Uhrenhaus Andreas Huber

Fertigstellung 2006

Fotos

Das Sortiment des Uhrenhauses Andreas Huber in München lässt sich frei nach Oskar Wilde mit den Worten „das Beste ist gerade gut genug“ beschreiben. Alle großen Marken sind vertreten und manche Stücke erreichen nicht selten den Wert eines Luxusautomobils.

Dass ein solches Angebot einer exklusiven Präsentation bedarf, die sich nicht mit wie auch immer gearteten Serienmöbeln verträgt, versteht sich fast von selbst. Deshalb hat das Uhrenhaus Andreas Huber den namhaften Architekten Hans Kollhoff mit dem Umbau und der Neugestaltung eines Ladens in München beauftragt. Vom Entwurf über die Innenarchitektur bis hin zu den Möbeln wurde alles von Hans Kollhoff geplant und unter seiner Regie ausgeführt.

Durch gemeinsame Projekte, wie z.B. das Auswärtige Amt oder die Newtonbar in Berlin, kennen wir Hans Kollhoff seit vielen Jahren. Aber natürlich ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Vergangenheit keine Garantie dafür, dass ein Architekt auch weiterhin mit uns arbeiten will. Wir haben uns also zusammen mit fünf anderen Anbietern in einem Wettbewerb um den Auftrag bemüht. Von Anfang an war klar, dass für die Ausführung der Innenausbauten und der losen Möblierung höchste technische und handwerkliche Meisterschaft erwartet wird. Schon im Vorfeld, noch während der Vergabephase, wurde ein aufwändiges Muster, nämlich eine Vitrine, angefordert. Bei der Begutachtung wurde die Qualität in ein Verhältnis zum Preis gesetzt. Dies bedeutete, dass nicht automatisch der preiswerteste Bieter zum Zug kam. Die Qualität war ein wichtiges Vergabekriterium.

Uns kam diese Verfahrensweise entgegen. Schließlich hatten wir so die Möglichkeit, unser technisches und handwerkliches Können unter Beweis zu stellen. Der Entwurf für die Musteranfertigung stammte schon vom Architekten und warf ein Schlaglicht auf das, was die ausführenden Unternehmen später erwarten würde. Hier konnte sich handwerkliche Meisterschaft beweisen: das Stück wurde, wie für den Ausbau vorgesehen, in Makassar Ebenholz ausgeführt und mit Hochglanzlack versehen. Die Oberflächenausführung wurde ebenso in die Wertung einbezogen wie die profilierten Facettenecken des Glases. Derartige Ecken sind nur in Handschliff zu fertigen. Im Endeffekt haben wir unser Bestes gegeben und so den Zuschlag erhalten. Beispielhaft sind auch die Wandverkleidungen mit ihren feinen Gliederungen. Sie forderten unser Können ebenfalls sehr heraus. Die Profilabstufung beträgt teilweise nur 2,5 mm, wir arbeiteten also im Halbmillimeterbereich. Es gibt keine Furnierabwicklung. Das bedeutet, daß die Furnierblätter keine besonderen Muster bilden. Sie sind aber so verteilt, dass eine homogene Gesamtwirkung entsteht. Der scheinbaren Zufälligkeit liegt eine penible Auswahl der einzelnen Furnierblätter zugrunde. Der Deckenanschluss zur Wand ist ein sehr aufwändiger Zahnfries. Insgesamt besteht er aus 5000 Einzelstäben. Die Profile sind aus Makassar-Vollholz. Dieses Ebenholz wird nur per Kilo verkauft und ist ausgesprochen kostbar. Trotzdem wurde alles, was nicht unseren Qualitätsansprüchen standhielt, konsequent aussortiert. Aus dem gleichen Holz ist die Möblierung, sozusagen der krönende Abschluss des gesamten Ensembles. Nach den Entwürfen von Hans Kollhoff wurden die Tische und Stühle, ebenso wie die festen Einbauten, in Hochglanz ausgeführt. Alles in allem ein gelungener Innenausbau, der dem hohen Anspruch des Auftraggebers bis ins kleinste Detail gerecht wird.

Text: Deutsche Werkstätten
Foto: Susanne Wegner