Überblick Yachtprojekte

Yachtinnenausbau

bei den Deutschen Werkstätten

Fertigstellung 2014

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Manchmal muss man erst einmal auf die Nase fallen, um auf eine neue Idee zu kommen. Weil das sich Aufrappeln einhergeht mit dem in Frage stellen von bis dato gültigen Grundsätzen. Oder dem Ausloten von neuen Möglichkeiten, die einem wieder auf die Beine helfen.

Diese Erfahrung haben die Deutschen Werkstätten Hellerau 1998 gemacht. Ein gutes Jahr zuvor war ein Auftrag ins Haus geflattert, der mittelfristig eine sichere Zukunftsperspektive darzustellen schien: Die Deutschen Werkstätten wurden fünf Jahre nach der Reprivatisierung des Unternehmens mit dem Ausbau eines „Businesszugs“ der Deutschen Bahn beauftragt. Der „Metropolitan“ sollte zwischen Köln und der Hansestadt Hamburg ohne Zwischenstopp verkehren und der Business Class der Lufthansa Konkurrenz machen. Gut gedacht, aber schlecht getimt. Denn zur gleichen Zeit kamen die Billigflieger in Mode, und die Bahn musste den Metropolitan relativ bald einstellen. Statt wie erhofft 50 Züge bauten die Werkstätten gerade einmal zwei aus. Als der erste Schreck überwunden war, startete das Nachdenken. „Was haben wir aus diesem Projekt gelernt?“ Die Antwort war rasch gefunden: Die Deutschen Werkstätten hatten sich mit dem Metropolitan an den Ausbau von mobilen Räumen gewagt. Und wertvolle Erfahrungen gesammelt, was die Verwendung von Materialien, die Berücksichtigung von Platzvorgaben, Sicherheitsstandards und die Herausforderungen bezüglich neuer technologischer Lösungen betraf.

Vom Ausbau von Zügen war der Schritt zum Ausbau von Yachten nicht allzu weit. Nach der Vorstellung bei diversen Werften in Deutschland beauftragte die Fr. Lürssen Werft die Werkstätten mit einem ersten, kleineren Auftrag. Das Ergebnis fiel so positiv aus, dass es weiterging. Seit 1998 sind die Räumlichkeiten von 18 Megayachten in der Hellerauer Fertigung entstanden, zuletzt die der nun mit 180 Meter längsten Yacht der Welt. Die Deutschen Werkstätten sind mittlerweile einer der weltweiten Marktführer dieses Nischensegments. Und das Geschäft wächst weiter. Der Deutschen Bahn sei Dank!

Text: Deutsche Werkstätten
Foto: Deutsche Werkstätten