Theater am Goetheplatz, Bremen

Konstruktion, Fertigung und Montage Zuschauerraum

Fertigstellung 2005

Fotos

Die Bremer lieben ihr Theater, der Umbau wurde von der Stadt mit starkem Interesse begleitet. Das Theater, jetzt fertig, ist ein kulturelles Zentrum Bremens und verdient diese Aufmerksamkeit ohne Zweifel. Die Deutschen Werkstätten Hellerau haben in der Vergangenheit schon beim Umbau und der Modernisierung so mancher Theaterräume mitgewirkt. Das Gewandhaus in Leipzig und die Semperoper in Dresden seien genannt. Das Unternehmen ging also mit Erfahrungen und Kenntnissen in den Umbau in Bremen, wobei Akustik, Klima, Luft und Technik im Zuschauerraum vor allem anderen Beachtung fanden.
Die Architekten hoben zunächst einmal die Decke des Raumes an und behandelten sie als skulpturale Schale. Der Bereich, dreidimensional verformt, bindet die Beleuchterbrücken ein, was den Innenausbauer als Bauausführenden des Zuschauerraumes ebenso betraf wie die geschwungene hölzerne Verkleidung der harfenförmigen Ränge. Die Kernkompetenz der Hellerauer, der liebevolle, kluge Umgang mit den Hölzern, war natürlich vor allem bei den Wandverkleidungen gefragt. Die naturbelassenen, nur im Parkett schwarzen Wenge-Paneele konstrastieren mit eingelassenen Messingintarsien. Das sieht nicht nur gut aus, es ist auch eine intelligente Lösung zum Thema der ‚gestalterisch integrierten Fugen’ in einer, aus Sicht des Besuchers, homogen erscheinenden Wandfläche. Die Wandverkleidungen sind wegen der akustischen Anforderungen sehr hoch und sehr schwer. Trotzdem sind sie an frei tragenden Stahlkonstruktionen angebracht. Nur so ließen sich auch die Beleuchterrinnen verkleiden, technisch notwendig im tagtäglichen Spielbetrieb. Ähnlich wurde auch mit der restlichen Technik verfahren: ins Parkett wurde die Tonregie, in den Ersten Rang die Lichtregie integriert. Der sehr komplexe Auftrag forderte die Deutschen Werkstätten auch immer vor dem Hintergrund des Altbaues, vor allem holztechnisch, weil alles der Akustik zugeordnet werden musste. Und natürlich wurde eine handwerklich qualitätvolle Umsetzung erwartet. Die wurde durch das Unternehmen geliefert, zumal in Bremen alles stimmte.

Text: Rainer Baginski
Foto: DFZ/ Jörg Landsberg, TAG