Entwurf und Ausbau aus einem Guss

Stadtarchiv, Dresden

Leistungen Deutsche Werkstätten:
Entwurf, Planung, Innenausbau, Ausstattung mit losem Mobiliar

Fertigstellung 2000

Fotos

Mit der innenarchitektonischen Gestaltung und dem Innenausbau der neuen Räume des Stadtarchivs in Dresden beauftragte der Bauherr die Deutschen Werkstätten Hellerau. Das Unternehmen, das einen bedeutenden Beitrag zur Dresdner Geschichte geleistet hat, sollte an der Gestaltung dieses Ortes mitarbeiten, an dem Geschichte bewahrt wird.

Der Auftrag reichte von der Konzeption der Räume bis hin zum Leitsystem, einschließlich der Schrift an den Bürotüren. Besucherräume und Büros wurden konsequent zeitgemäß ausgestattet. Dabei kann es aus arbeitshygienischen Gründen auch kaum Zugeständnisse geben. So forderten neue EU-Normen für Bildschirmplätze beispielsweise eine Verschattung bei gleichzeitig ausreichender Beleuchtung der Räume. Diese Aufgabe lösten die Deutschen Werkstätten Hellerau mit Hilfe neuartiger, aluminiumbedampfter Rollos.

Praktische Erwägungen gaben den Ausschlag auch bei der Wahl der Fußbodenbeläge: Alle Bereiche wurden mit Industrieparkett aus Eiche ausgelegt. Dieser Fußboden hält auch größeren Beanspruchungen stand. Über ein großes Oberlicht wird der Lesesaal erhellt und bietet so den Nutzern optimales Arbeitslicht. Eine Raumhöhe von immerhin vier Metern und die ausgewogenen Raumproportionen sorgen für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Der Holzfußboden aus Eiche-Industrieparkett betont den Hallencharakter.Einzelanfertigungen sind die Tresenanlagen am Empfang und im Besuchersaal, ganz bewusst dezent und farblich zurückhaltend gestaltet. Denn ein Archiv, so meinten unsere Innenarchitekten, bewahrt Dokumente und damit Geschichte, verwaltet sie und macht sie zugänglich, unabhängig von kurzlebigen Modetrends. Das sollte auch in seinem Äußeren sichtbar werden.

Die Abbildungen zeigen verschiedene Entwurfsvarianten. Eines der wesentlichen Gestaltungselemente ist das Holz – der Werkstoff, den die Deutschen Werkstätten Hellerau vorrangig verarbeiten. Ob Fußböden, Deckenbalken, Tresen oder Elemente des Innenausbaus – gleiche Materialien und Farben beruhigen den Gesamteindruck. Im gesamten Gebäude dominieren Eiche, Ahorn, lichtgraue Flächen, Aluminium und satiniertes Glas. So entstand ein Innenausbau „aus einem Guss“ – aufeinander abgestimmt, zweckmäßig und zeitlos sachlich. Sachliches Weiß, beruhigte Innenräume und gedeckte Farben bestimmen das Bild. Satinierte Glasfelder in den Trennwänden zwischen Büros und Flurbereichen des ersten und zweiten Obergeschosses sorgen nicht nur für einen helleren Flurbereich, sie machen den Raum auch gestalterisch sehr interessant.

Text: Anke Müller
Foto: Lothar Sprenger