Schloss Neuweier

Nachbau historischer Möbel, Innenausbau incl. Schwimmbaddecke

Fertigstellung 1997

Fotos

Nach der umfassenden Sanierung und dem Ausbau der Bausubstanz, geleitet von J.S.K Dipl. Ing. Architekten, Frankfurt/Main, stehen Tradition und Moderne gleichberechtigt nebeneinander. Das gilt auch für die Arbeit der Deutschen Werkstätten Hellerau, die die Innenarchitektin Helga Schätzel, Schwabenheim, mit dem Entwurf der Möbel beauftragten. Die Möblierung und die anspruchsvoll gearbeitete abgehängte Decke wurden ebenfalls von unserem Unternehmen entworfen, hergestellt und vor Ort montiert. Für das Meißenzimmer entstanden schlichte weiße Vitrinenschränke, die das kostbare Porzellan wirkungsvoll präsentieren. Dieses Ensemble wird durch eine geradlinige Kommode mit aufgelegter Marmorplatte ergänzt. Für die Schlossbibliothek hingegen, die 5500 Bände vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zur Neuzeit umfasst, haben die Deutschen Werkstätten Hellerau nach dem Vorbild eines Bücherschrankes der Markgrafen von Baden historische Möbel nachgebaut – perfekt bis hin zu den aufgesetzten vergoldeten Ornamenten. Die Schränke folgen z.T. bis in die Verglasung der Türen hinein der Rundung des Raumes – eine anspruchsvolle Aufgabe für Konstrukteure und Schreiner. Auch der Bibliothekstisch wurde aus Eiche natur angefertigt. Die Fläche ziert das Wappen der Familie Joos in Form von eingelegten Intarsien.
Das Schwimmbad wurde ausgesprochen modern gestaltet. Das Thema Wellen inspirierte die Deutschen Werkstätten Hellerau zu einer interessanten Lösung für die Decke des Schwimmbades – ähnlich dem Bild, das die Wasseroberfläche zeigt, wenn ein Stein in das Wasser geworfen wurde. Von der Außenringwand des Aufzuges ausgehend, bilden Deckenpaneele die einzelnen Segmente eines Kreisringes. Strahlenförmig nach außen gerichtete Edelstahlprofile unterstützen diese Wirkung. Verwendet wurden feuchtigkeitsresistente Faserplatten, versehen mit Schweizer-Birnbaum-Furnier und an beiden Längsseiten abgeschrägt. So werden die Schlitze in der Decke, durch die die Schwimmbadluft abgesaugt wird, nicht störend sichtbar.

Text: Anke Müller
Foto: Bernadette Grimmenstein