Sächsischer Landtag, Dresden

Innenausbau Empfangsbereich, Garderoben, Plenarsaal  Stufe II: Fraktionssäle, großer Sitzungssaal

Fertigstellung 1994

Fotos

Im Verhältnis zum Behnisch-Bau in Bonn ist der Sächsische Landtag ganz frisch, ganz klar und direkt. In der Architekturkritik wegen seiner Transparenz und unaufdringlichen Abstraktion gelobt, zeigt sich an seiner Architektur, wie innen und außen, Architektur und Innenarchitektur sich harmonisch durchdringen und ergänzen können. Von den DWH ist der Innenausbau im Empfangsbereich, im Bereich der Garderoben und im Plenarsaal gefertigt worden. Die dreidimensional gekrümmte, konvexe Fläche, Rückwand des Plenarsaales, hat die Funktion der Raumtrennung zwischen Saal und Foyer und ist stark schallabsorbierend.
In einer zweiten Projektstufe wurden in den Fraktionssälen nach den Plänen des Dresdner Architekturbüros Kulka Akustik-Wandverkleidungen aus eloxiertem Alu-Lochblech sowie Wandverkleidungen und Türen in Ahorn furniert eingebaut. Für den großen Sitzungssaal im Turmbau wurden nach dem Vorbild des Plenarsaales eine zwölfsitzige Präsidententischanlage mit Stahlfüßen, Aluminium-Lochblech und Ahorn-Tischplatte geschaffen. Im Sitzungssaal des Präsidenten beeindruckt die Tischplatte durch ihr stark strukturiertes Nussbaum-Maserfurnier. Auch die Schiebetüren der Teeküche wurden mit Nussbaumfurnier belegt. Die dunkle Oberfläche steht in reizvollem Kontrast zum hellen Ahorn. Der Pförtnertresen im Eingangsbereich besticht durch seine Schlichtheit und seine sparsame, klare Linienführung. Furnierabwicklungen, die um den Korpus des Möbels herumlaufen müssen und präzise Gehrungen, die den Körper als ein Ganzes erscheinen lassen, erwiesen sich als anspruchsvolle Aufgaben für unsere Fertigung. Den ehemaligen Innenhof – vor dem Umbau wahrscheinlich keine Augenweide – verwandelte Architekt Peter Kulka in den Speisesaal des Landtages. Unter dem gläsernen Dach warten rote Stühle und rote Tische auf die Abgeordneten und ihre Mitarbeiter – freche Farbtupfer im ansonsten gediegenen Ambiente. Die wandhohen Fenster gewähren Einblick in die zweigeschossige Landtagsbibliothek oder in die Eingangshalle.

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Foto: Bernadette Grimmenstein