Rechtsanwaltskanzlei Linklaters Oppenhoff & Rädler

Konstruktion und Fertigung Schrankabfolge Flurbereiche, Konstruktion und Fertigung Mandanten- und Sonderbereiche

Fertigstellung 2005

Fotos

Dieser Innenausbau der Kanzlei Linklaters, Oppenhoff & Rädler in Köln ist ein Grenzfall zwischen Serie und Einzelanfertigung, notwendigem Kostenmanagement und individualisierter Eleganz. Genau richtig für ein Unternehmen, das schon vor 100 Jahren zwischen Einzelstücken (Mackintosh, Baillie Scott, Hoffmann und Olbrich) und der Großserie quasi hin- und hergerissen wurde. 15.000 qm Ausbaufläche in der Kanzlei, das ist die Gegenwart, allein in den über 3 Kilometer Fluren galt es, mehr als 600 Türen einzubauen. Das ist aber längst nicht alles. Ein Teil des Innenausbaus bestand in der Montage von Einbauschränken.
Als die Serienstücke eingebaut wurden, wurden die Lücken dazwischen für die Schrank-Einzelfertigung vermessen. Teilweise sind zwischen Aufmaß und Lieferung der so gefertigten Stücke ganze 48 Stunden vergangen. Die Angelegenheit war komplizierter als sie nüchtern dahingesagt klingt. Nur fünf Prozent der Schränke wurden nämlich in den Büros eingebaut. Der Flurbereich hingegen ist eine einzige Abfolge von Möbeln: 800 Schränke mit 1600 Fronten galt es insgesamt einzubauen. Die Schränke wiederum verdecken Klimageräte, die aber immer frei zugänglich sind. Bis zu fünf Revisionsklappen sind in solch einer Einheit verborgen, alles ist ohne jedes Werkzeug zu öffnen. Und ein besonderes Highlight: eine Edelstahlintarsie umläuft alle Schlossoliven. Natürlich gab es auch das Besondere der anderen Art zu tun. Eine Wandverkleidung aus Corten-Stahl, mit integrierten Schallschutzschiebetüren. Zehn Konferenzräume mit kompliziertester Medientechnik und unsichtbar in die Wände integrierten Lautsprechern. Eine Wandverkleidung aus rotem Glas, die sich bis in die Außenfassade erstreckt. Also Eleganz, so weit das Auge reicht. Aber ausdrücklich soll hier aufs Serielle verwiesen werden. Wenn es auch nie so aussieht wie Serie. Auch das beherrschen die Deutschen Werkstätten Hellerau, aus langer DWH-Tradition.
 

Text: Rainer Baginski
Foto: Tomas Riehle/ artur