Tradition in der Moderne

Privatbank, Genf

Leistungen Deutsche Werkstätten:

Projektmanagement, Innenausbau

Fertigstellung 2014

Fotos

Wer heute Holz und Architektur zusammendenkt, denkt „Schweiz“. Auch im Innenausbau setzt das Pionierland des modernen Holz-Hochbaus Maßstäbe. Deshalb ist vieles, was in der Schweiz auf diesem Gebiet geschieht, eine Herausforderung auf allen Ebenen. Mit der Auftragsübernahme für Arbeiten in dieser Privatbank erhielten wir die Bestätigung dafür. Es wurde ein anspruchsvolles Projekt, in dem Holz als Gestaltungselement eine große Rolle spielt.

Der zurückhaltende, historische Gebäudestrukturen aufnehmende Bau liegt im Zentrum von Genf. Noch bevor wir im eigenen Haus auch nur mit der Kalkulation begannen, berieten wir die Architekten bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses für den Innenausbau. Konstruktion, Fertigung und Montage folgten nach gesonderter Auftragsvergabe. Unter direkter Federführung von Make Architects und dem Schweizer Architekturbüro IttenBrechbühl konnten wir Februar 2013 bis März 2014 an einem Innenausbau mitarbeiten, der die internationale Identität der Privatbank ebenso spiegelt wie lokale Einflüsse. Ein Blick auf Wandverkleidungen und Tresen genügt, um diesen Ansatz zu bestätigen. Sie nehmen die Blockbohlen-Bauweise des Schweizer Hochlandes auf. Was dabei entsteht, ist aber keine plumpe Reanimation, sondern eine moderne Interpretation, die in ihrer Plastizität schon fast skulpturalen Charakter hat. Florian Frotscher von Make Architects und leitender Architekt des Projektes, erklärte: „Die Aufgabe, moderne Funktionsbereiche mit einer bestehenden Struktur zu verbinden, erforderte sorgfältiges Betrachten und ein kontinuierliches Abwägen von Auflagen und Möglichkeiten. Wir haben eine sich sensibel einfügende, beinahe unauffällige äußere Erscheinung mit einer expressiven Innenwelt kombiniert und bewusst mit einer reduzierten und kontrollierten Materialpalette gearbeitet.“ In dieser Materialpalette spielen die Holzakzente eine große Rolle.

Der Betrachter sieht der „expressiven Innenwelt“ die technische Perfektion an. Die Strukturen bewegen sich im Raum. Es gibt zahlreiche fließende Übergänge und Rundungen, dann wieder Versprünge und Wechsel. Aus der Aneinanderfügung vieler kleinerer Teile entstehen große, perfekt kombinierte Strukturen. Vieles taucht nicht seriell auf, sondern ist nur einmal vorhanden, was einen sehr hohen Aufwand in allen Phasen der Realisierung bedeutete. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass es sich z.B. bei den Tresen nicht um massive Blockbohlen, sondern eine technisch anspruchsvolle Unterkonstruktion mit furnierter Oberfläche handelt, wird das Ergebnis noch erstaunlicher. Dazu kommen Heizkörper- und 115 lfm Flurverkleidungen, Eingangsbereiche, Kassen, Treppenanlagen u.v.m. All dies kleidet sich in dunkle Walnuss und helle Eiche. Als Glanzlicht unserer Arbeit kann gesehen werden, dass all diese Dinge unter der Maßgabe entstanden, dass sie schwer entflammbar sind. Expertise beweist sich auch manchmal im Verborgenen.

Unser Schweizer Abenteuer ist langsam kein Abenteuer mehr, sondern schöner Alltag. Immer öfter bekommen wir die Chance, an anspruchsvollen eidgenössischen Projekten mitzuarbeiten. Wir freuen uns schon auf die nächsten.

 

Text: Deutsche Werkstätten
Foto: Make Architects; IttenBrechbuehl/ John MacLean