Preussag, Repräsentanz, Berlin

Innenausbau: Konstruktion, Fertigung und Montage

Fertigstellung 2001

Fotos

Der anspruchsvollste Teil der Arbeit in der Repräsentanz der Preussag war die konstruktive Vorbereitung und Fertigung der Pergamentwände. Nicht nur der Umgang mit diesem alten Material war neu. Was die Arbeit nicht unbedingt leichter machte für die DWH war, dass die durch den Entwurf vorgegebenen Fugenmuster keinen regelmäßigen Plattenmaßen folgten. So musste das Projektteam aus Hellerau jede Platte quasi als Einzelstück anfertigen, wobei die Aufgabe letztlich noch komplexer war. Die ergab sich aus den Vorgaben für die Plattenoberfläche. Wie schon gesagt, verlangten die Entwürfe der Innenarchitektin Andrée Putman einen Überzug aus Pergament, das sonst der Herstellung von Lampenschirmen dient. Das Innenausbauunternehmen konnte, um optimale Ergebnisse zu erzielen, den Untergrund der Platten frei wählen, auch die Technik ihrer Herstellung. Die Hellerauer entschieden sich nach zahlreichen Experimenten für das Trägermaterial aus Spanplatten, das mit speziellen Anleimern versehen wurde. Darüber legten wir Ahornfurnier, denn Ahornfurnier ist vergleichsweise „geschlossen“. Dies war die beste Möglichkeit, denn die sehr kleinen Poren des Ahornfurniers zeichneten sich, wie bei den Materialtests festzustellen war, unter Pergament nicht ab. Bevor das 0,4 mm dicke Pergament dann auf den Platten aufgebracht wurde, waren die Furnierflächen noch zu lackieren. Zu dieser Vorgehensweise fanden die DWH wie üblich durch zahlreiche Versuche. Die im Ergebnis erzielte Optik ist ohne jeden Zweifel überraschend. Die Stimmigkeit der Platten reicht bis in die Kantenbereiche – da kein vorgefertigtes Kantenmaterial vorhanden war, wurde es extra hergestellt und dann in den Fertigungsprozess einbezogen. Die Platten mit dem Überzug aus Pergament wurden auf den Wänden, Türen und Säulen der vierten und fünften Etage der Preussag-Repräsentanz montiert.

Text: Rainer Baginski
Foto: Bernadette Grimmenstein