Newton Bar, Berlin

Parkettarbeiten, Innenausbau, Tresenanlage und lose Möblierung

Fertigstellung 1999

Fotos

Mitten in Berlin wurde 1999 eine neue Bar eröffnet. Die Gäste sollten das Gefühl haben, das neue Haus sei um die alte Bar herum gebaut worden. Es ging um die Vermittlung von dauerhaftem Wert und Tradition. Hans Kollhoff aus dem Architekturbüro Kollhoff und Timmermann setzte beim Entwurf auf die Opulenz der gewählten Materialien, auf den Reiz ihrer Oberflächen, vielfach hochglänzend und spiegelnd, die in Verbindung mit der besonderen Lichtwirkung die spezielle Atmosphäre des Raumes erzeugen. Das Luxuriöse und Zeitlose der Bar aber beruht vor allem auf der präzisen Fügung und sorgfältigen handwerklichen Verarbeitung kostbarer Materialien. So wurde für die Wand- und Deckentäfelung im Erdgeschoss sowie für die Auskleidung der Aufzugskabine ostindischer Palisander verarbeitet. Auch der Tresen, der unter Einfügen von zwei Zwischenstücken bis auf den Bürgersteig hinaus verlängert werden kann, wurde aus diesem wertvollen Holz angefertigt. Das Stabparkett besteht aus Räuchereiche. Im Obergeschoss, zugänglich über eine gewendelte Treppe, befindet sich ein ähnlicher Raum, ausgestattet mit Mobiliar aus Mahagoni. Aus diesem Holz wurde auch der Bartresen hergestellt, mit einer Füllung aus Pyramidenmahagoni. Neben dem Tresen im Obergeschoss, von der Straße aus einsehbar, lockt der als Schaufensterraum konzipierte Humidor. Mit seinem großen Einbauschrank aus Zedernholz bietet dieser vollklimatisierte Raum ideale Bedingungen zur Lagerung edler Zigarren. Fast könnte man übersehen, dass die Newton Bar eigentlich ein gewinkelter Eckraum ist. Mit Hilfe eines langen Spiegels über den Sitzbänken täuschte der Architekt über diese ungünstige Raumsituation hinweg. Die Wandverkleidung, in die auch die Fotoserie von Helmut Newton integriert wurde, und eine Kassettendecke aus Palisander, aufwendig gearbeitet mit Kreuzfugen, fertigten die Deutschen Werkstätten Hellerau an.

Text: Anke Müller
Foto: Ivan Nemec