Back to the roots

MY "Linda Lou"

Leistungen Deutsche Werkstätten:
Planung, Innenausbau

Fertigstellung 2007

Fotos

Die ‘Linda Lou’ ist bereits die vierte Yacht, die die Deutschen Werkstätten Hellerau für die Lürssen Werft in Bremen ausgestattet haben. Inzwischen zählen wir zu den ‘preferered suppliers’ bei Lürssen. Eine Auszeichnung, die man wahrlich nicht geschenkt bekommt, sondern neben aller Begeisterung auch viel Geschick und höchstes Können erfordert.

Der Schiffsinnenausbau hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten, die durch die hohen individuellen Ansprüche der privaten Eigner eher noch potenziert werden. Jede Yacht ist neu, jede ist anders und jede ist eine Herausforderung an unsere Spezialisten. Bei der ‘Linda Lou’ war unsere Furnierabteilung ganz besonders gefragt. François Zuretti hat sich für das Innendesign ein ebenso kompliziertes wie harmonisches Zusammenspiel von verschiedenen Wurzelhölzern ausgedacht, von A bis Amazaque bis S wie Schweizer Birnbaum.

Aber auch beste Furniere aus Wurzelholz weisen Fehlerstellen auf, die in Handarbeit durch kleine ausgestanzte Stücke ersetzt werden müssen. Pro Quadratmeter sind mehr als 30 Stanzungen keine Seltenheit. Um den edlen Charakter zu unterstreichen, wurden die Oberflächen geschlossen-porig Hochglanz lackiert und anschließend von Hand ‘geschwabbelt’, also nochmals poliert, um einen spiegelnden Lackfilm zu erreichen. Ähnlich glänzen die Onyxplatten. Dieser Halbedelstein, den wir transparent sowie in honigfarbener Tönung aus Italien bezogen haben, ergänzt die Palette edler Materialien, die für die ‘Linda Lou’ so typisch sind. Bei der Bar im Sundeck dominiert dunkelgebeiztes, afrikanisches Amazaque in Verbindung mit Teakholzparkett. Als Kontrast ist die Thekenoberfläche aus hellem Marmor, der an den Kanten mit farblich abgestimmtem Leder eingefasst ist. Der Arbeitsbereich des Barkeepers ist abgesenkt, um die barübliche Augenhöhe zwischen Gästen und Service zu erreichen. Die Theke selbst ist nicht höher als ein normaler Tisch, damit die Panoramaaussicht nicht gestört wird.

 

Text: Helga Falkenstein
Foto: Stephane Brarin