Warum ist es am Rhein so schön…

Marriott World Conference Hotel, Bonn

Ausführungsplanung, Fertigung und Montage; lose Möblierung

Fertigstellung 2016

Fotos

Wenn ein Ort mit der Nachkriegsära der Bundesrepublik verbunden ist, dann die Geburtsstadt Ludwig van Beethovens, Bonn. Das ehemals verschlafene Städtchen avancierte zu einem internationalen politischen Hotspot, in dem sich nicht nur die „Bonner Republik“ als Ausdruck einer neuen deutschen Demokratie neu erfand, sondern auch Weltpolitik gemacht wurde. Mit Ernennung Berlins zur gesamtdeutschen Hauptstadt und dem damit verbundenen Wegzug wichtiger Verwaltungseinheiten waren Unsicherheiten verbunden. Ein Bedeutungsverlust drohte. Durch eine geschickte Ansiedlung und die Aufwertung diverser internationaler Organisationen konnte das verhindert werden. Dazu zählt zum Beispiel die stärkere Gewichtung bzw. Neuinstallation einiger Unterorganisationen und Sekretariate der Vereinten Nationen. Außerdem sollen in Zukunft verstärkt Kongresse der Vereinten Nationen am Rhein abgehalten werden. Bonn hat seitdem nicht an Bedeutung verloren, sondern avanciert gerade neben einem multinationalen Arbeits- zu einem gern genutzten internationalen Tagungsort. Auch die Infrastruktur der Stadt trägt dem Rechnung, einige sehr anspruchsvolle Hotels wurden seitdem gebaut, z.B. das Kameha Grand. Wir durften im Jahr 2009 dessen Ausbau übernehmen. Das Kameha ist in jedem Winkel auf die Bedürfnisse eines internationalen und äußerst anspruchsvollen Publikums ausgerichtet. Der gleiche Auftraggeber wie damals bat uns, unsere Kräfte in sein neues Bonner Projekt einfließen zu lassen, das künftige Hotel des „World Congress Center Bonn“ (WCCB).

Zu diesem Zeitpunkt stand die äußere Hülle des WCCB schon einige Jahre als fertiger Rohbau neben dem Rhein. Lange Zeit war unklar, wer sich dieses Gebäudes annimmt. Mit dem Zuschlag für einen erfahrenen Investor ging dann alles sehr schnell. Wir traten 2014 in die Planung für die 336 Zimmer ein, 300 davon in der Standardausführung und 36 als Suiten, zwei davon sind die äußerst luxuriösen Präsidentensuiten. Hinzu kamen noch Teile der Restaurants, der öffentlichen und Tagungsräume sowie der Empfangs- und Aufenthaltsbereiche. 2014 begannen wir mit den Planungen, 2016 wurden die Arbeiten übergeben. Das Design des Hotels spiegelt die bestimmenden Episoden der Bonner Republik. Jeweils mehrere Etagen sind einer Ära gewidmet, die damals prägenden Persönlichkeiten werden zu Leitthemen der Ebenen. Auch die kleinen Details in den Räumen verweisen hintergründig auf Mode, Kunst und Kultur der jeweiligen Zeit. Der Architekt und Designer Thomas Müller, Köln, hat die thematische Anbindung klug und wohldosiert umgesetzt.

Wir betreuten im Projekt das gesamte Spektrum von der Ausführungsplanung bis zur Übergabe der fertigen Räume. Wieder einmal zeigte sich die Stärke der Deutschen Werkstätten, verschiedene Kompetenzbereiche verknüpfen zu können. Die Deutschen Werkstätten Hellerau GmbH übernahmen die Planung, Fertigung und die Montage der festen Einbauten und Sondermöbel bis hin zu ergänzenden Elementen wie Zimmertextilien und Wandverkleidungen. Die Deutschen Werkstätten Lebensräume GmbH lieferten für weite Teile des Hotels das bewegliche Mobiliar, wobei ausschließlich hochwertige Erzeugnisse internationaler namhafter Hersteller zum Einsatz kamen. An diesem Projekt lässt sich ablesen, wie weit gespannt die möglichen Aufgabenbereiche des Unternehmens sind. Neben dem Luxus- Innenausbau von Yachten und Residenzen können auch sehr gute und anspruchsvolle große Projekte betreut werden, die einen Anteil Serienfertigung aufweisen. Dabei spielen die Qualitätsansprüche des Projekts eine herausragende Rolle. Mittelmaß geht nicht. Nur das Spitzensegment der Hotels kann das Angebot des Unternehmens ausnutzen. Die sinnvolle Koordinierung verschiedener Bausteine ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Die Deutschen Werkstätten arbeiteten in Bonn z.B. mit Unterstützung internationaler Zulieferer, deren Produkte in das Gesamtergebnis einflossen. Jetzt können sich die Tagungsteilnehmer aus aller Welt auf ein hervorragendes Hotel freuen, das seinen hohen Anspruch in seinen Räumen selbstbewusst präsentiert. Auch darum „ist es am Rhein so schön“.

Text: DWH
Foto: © Bonn Marriott World Conference Hotel