Kanzlei Hengeler Mueller Partnerschaft von Rechtsanwälten, Düsseldorf

Konstruktion, Fertigung und Montage Konferenzetage

Fertigstellung 2003

Fotos

Von Zeit zu Zeit erhalten die Deutschen Werkstätten Hellerau Aufträge, die eindeutig den Rahmen des Herkömmlichen sprengen. Dies ist so einer. Der Auftraggeber war die weltweit tätige Kanzlei Hengeler Mueller in Düsseldorf. Es ging um die so elegante wie funktionale Ausgestaltung der Innenräume des Düsseldorfer Büros. In den Konferenzräumen erwies sich dies als besonders kniffelig. Die Frage dort: Wie ringt man einem dreiseitig verglasten Raum eine erstklassige Akustik ab? Die Deutschen Werkstätten Hellerau eruierten mit Petzinka Pink Architekten, dass die optisch interessanteste Lösung mittels Lederbespannung der vierten Wand zu erreichen war. Besondere Schwierigkeit: Die Räume waren zu hoch für durchgehendes Leder. Zudem musste noch Platz für die Medientechnik geschaffen werden. Das wurde realisiert, indem Schichten aus Stoff, Wolle, Vlies, perforierter Akustikplatte und Leder geschaffen wurden, die wie Paneele in einer Holzständerkonstruktion 90 Zentimeter vor den Wänden hängen. Im so entstandenen Innenraum enthalten sind alle technischen Einbauten, auch die Medientechnik. Gegen deren lauten Lüfter wurden Schallschutztüren eingesetzt. Die äußere Lederbespannung wurde in drei Partien à 1,10 Meter zu je einem Element zusammengefasst. Keine einfache Aufgabe bei solch elastischem Material, wie man schmerzhaft aus dem Sitzmöbelbau weiß. Der Nahtverlauf in den Konferenzräumen von Hengeler Mueller ist jedoch unbedingt gerade. Die Türen in den Lederwänden (3,30 Meter mal 1,10 Meter) kommen völlig ohne sichtbare Bänder aus. Der Schallschutzanspruch ist hoch, mit der verwendeten Konstruktion wurde er vermutlich noch nirgendwo realisiert. Für die Türen wurde Sucupira verwendet, eines der härtesten Hölzer, das je bei den Deutschen Werkstätten Hellerau zum Einsatz kam. Auch ein Teil der Sideboards ist daraus gefertigt, die wirken, als würden sie frei vor den Wänden schweben. Ein seitlicher Auszug daran gibt bei Betätigung ein Fach frei, der Auszug schlägt auf Gehrung ein: ein anspruchsvolles Detail.

Text: Rainer Baginski
Foto: Tomas Riehle/Artur