Frauenkirche Dresden

Nachbau der Tür, Konstruktion und Fertigung

Fertigstellung 2005

Fotos

Der schwedische Schriftsteller Lars Gustafsson berichtet, allein die Eheringe der Opfer der Luftangriffe auf Dresden im Februar 1945 hätten sechs Eimer gefüllt. Es war die Nacht, als das ursprüngliche Dresden starb, das ja auch einmal mit gutem Recht das Elbflorenz geheißen hatte. Dies soll erwähnt werden, weil dieses ursprüngliche Dresden auch für eine Kultur gestanden hatte, an der Vieles deutsch im guten Sinne war. Allen, die diese einmalige Stadt geliebt haben, war bewusst, dass eine Wiederauferstehung Dresdens ohne Frauenkirche nicht möglich sein würde, weil die Identität der Stadt an dieses Bauwerk gebunden ist, weil die Kraft dieser Kirche die Kräfte der Dresdner auf eine geheimnisvolle, fast still zu nennende Weise bündelt.
Den Deutschen Werkstätten Hellerau war deshalb von Beginn an bewusst, dass sie als Dresdner Unternehmen eine Dresdner Lösung für den Auftrag finden mussten, das Hauptportal D dieser Kirche zu bauen. Sie wurden Sponsor und die Lehrlinge übernahmen von Beginn an die volle Verantwortung für die Arbeit. Das begann schon 2002, als sie bei der Eichenholzauswahl in Thüngen im Spessart ihren Blick auf das ‚richtige’ Holz richteten. Das setzte sich fort, als die verschiedenen Versuche mit dem Holz und dem ‚richtigen’ Kleber an dieser schwierigen Stelle (halb drinnen, halb draußen) vorgenommen werden mussten. Das ging bis zur Entscheidung, das von dem Bildhauer Werner Plath aus Oschatz zu schaffende ornamentale Schnitzwerk der Tür per Computer aus dem massiven Holz heraus vorzufräsen. Mehreren Jahrgängen junger Handwerker wurde so ein direkter Zugang zur Geschichte und Kultur dieser Stadt ermöglicht. Sie haben ihre Chance übrigens genutzt. Das Portal wurde am 4. Januar 2005 montiert und tut seither den von einer nach alten Plänen gefertigten Eichentür zu erwartenden geordneten Dienst.

Text: Rainer Baginski
Foto: Lothar Sprenger