Wandlungsfähigkeit trifft Corporate Identity

Cyberport, Verkaufsshop Dresden

Leistungen Deutsche Werkstätten:
Entwurf, Planung, Innenausbau

Fertigstellung 2003

Fotos

Ursprünglich ist Cyberport.de ein virtuelles Unternehmen, wie das heute heißt. Es handelt sich um ein Internet-basiertes Versandhaus für Technik und digitalen Lifestyle, so das Selbstverständnis. Mehr als 10.000 Artikel werden via Internet vertrieben, im Mittelpunkt stehen Produkte von Apple und Sony. Zweimal im Jahr wird das Internet-Angebot durch einen Katalog ergänzt, der gedruckt erscheint und versandt wird, in einer Auflage von über 100.000 Exemplaren.

Was kann man noch tun, wenn man Marktführerschaft anstrebt? Man kann real werden, zumal Kundennähe, Schnelligkeit und Verlässlichkeit sich überzeugender im Laden und über wirkliche Menschen erleben lassen als nur über den menschenleeren, hochtechnischen Bildschirm. Cyberport.de beauftragte die Deutschen Werkstätten Hellerau, einen Pilotladen zu entwerfen, das hat die Innenarchitektin des Unternehmens getan. Der Entwurf für das Innere des Ladens ist streng an die CI gebunden, schließlich beinhaltet die Idee die Möglichkeit, dass weitere Läden folgen. In diesem Fall würde das Design übernommen, eventuell weiterentwickelt.

Das führt im nächsten Schritt zu der Überlegung, die Ladeneinrichtung aus Modulen zusammenzusetzen. Diese Module wurden so angelegt, dass sie in unterschiedlichen Räumen auch wieder anders kombiniert werden können. So wird strenge CI-Orientierung mit freiem Einrichten verbunden. Materialien und Farben orientieren sich an den Produkten, die hier verkauft werden. Das bedeutet beschichtete Oberflächen in etwas Blau und Orange (CI-Farben), Anthrazit, Silber, Weiß und durchsichtige Materialien. Transparenz im Laden gehört zur Grundidee, deshalb auch der Einsatz von Plexiglas und Objektträgern aus Glas. Die melaminbeschichteten Trägermaterialien sind extrem strapazierfähig. Beim Fußboden fanden silberne Kunststofffliesen Verwendung. Die einzelnen, wie ein Puzzle zusammengesetzten Teile sind im Dresdner Laden zugleich Bestandteil der Wandverkleidung. Hinter der Wandverkleidung liegt die Beleuchtung, die indirekt über eine Lichtfuge unter der Decke wirksam wird. Die Decke ist abgehängt, die eingearbeitete Punktbeleuchtung setzt die Produkte in Szene.

Text: Rainer Baginski
Foto: Bernadette Grimmenstein