Bundesverband Deutscher Banken, Berlin

Innenausbau

Fertigstellung 1998

Fotos

Über die Eingangshalle im Erdgeschoss betritt der Besucher den Konferenzbereich, bestehend aus einem Foyer und vier Besprechungsräumen. Der Bundesverband deutscher Banken kann dort auf drei kleinere Räume und einen größeren Konferenzsaal zurückgreifen, der mit rund 200 Sitzplätzen vielseitig verwendbar sein musste. Denn der Hausherr will in diesem Saal verschiedenste Veranstaltungen ausrichten – von Vorträgen mit Simultanübersetzung über Podiumsdiskussionen, Empfänge, Abendessen bis hin zu Abendveranstaltungen in feierlichem Rahmen mit Bühne, Musik und Tanzfläche. Aus diesem Grund entwarf der Berliner Architekt Steffen Lehmann für den Saal eine Wandverkleidung, die einerseits für eine ausgezeichnete Akustik sorgt, andererseits jedoch allerhand Stauraum und eine Reihe von Zugängen sorgsam vor den Augen der Gäste verbirgt. Über sechs große Oberlichter erhält der Raum ein regulierbares, spannendes Tageslicht. Hinter Schallschutzfenstern befinden sich Regiekanzel und Dolmetscherkabinen. Die Wandverkleidung wurde als ein durchlaufendes Band von Lamellen ausgeführt. Je nach Hinterbau wirken sie teilweise schallabsorbierend, teils reflektierend. Die Lamellen bestehen aus Spanplatten, furniert mit hellem europäischen Ahorn und mit einem Massivholzeinleimer versehen. Ihre gleichmäßige Abfolge wird durch Türen und Ecken nicht unterbrochen – Millimeterarbeit für die Konstrukteure und Schreiner der Deutschen Werkstätten Hellerau. Alle Teile der Schallschutzverkleidung wurden von unserem Unternehmen mit Akribie einzeln angefertigt, damit sie präzis entsprechend den Konturen des Raumes verlaufen. Die vielen versteckten Tapetentüren und Schrankflächen in die Lamellenwand so einzufügen, dass diese unsichtbar bleiben, verlangt von Konstrukteuren und Schreinern der Deutschen Werkstätten Hellerau äußerst präzises Arbeiten – eine Herausforderung, der sich unsere Mitarbeiter gern gestellt haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die dreiseitig umlaufende Haarfuge ist in der Tat kaum wahrnehmbar. Zapfenbänder sorgen dafür, dass auch der Türanschlag unsichtbar bleibt. Der Verschluss erfolgt über Rollenschnäpper; die Grifföffnungen sind ebenfalls in der Lamellenbekleidung verborgen. In die abgehängte Decke wurden Rauchmelder, Sprinkler, Lampen und Lautsprecher integriert. Die Lichtschächte können mit Hilfe von waagerecht verlaufenden Rollos verdunkelt werden. Zudem soll die Decke die Akustik des Raumes gezielt beeinflussen. Die Deutschen Werkstätten Hellerau haben daher die Gipskarton-Konstruktion zusätzlich mit Akustikelementen versehen. Nur durch drei Elemente wird die Lamellenwand unterbrochen: Aus der Front ragen die Regiekanzel, die Glasbox der drei Dolmetscherkabinen und der Haupteingang. Auch dieses Portal erfüllt eine Schallschutz-Funktion, und deshalb wurde es mit HPL-Aluriffel „Kleine Welle“ verkleidet. Den Saaleingang betont zusätzlich ein überdimensionales Türfutter, das ebenfalls in Ahorn ausgeführt wurde.

Text: Anke Müller
Foto: Bernadette Grimmenstein