Bertelsmann AG, Hauptstadtrepräsentanz, Berlin

Fertigung und Montage Bartresen Casino, Mediathek, Wandverkleidungen Lindensaal

Fertigstellung 2003

Fotos

Der Berliner Boulevard Unter den Linden bildet mit Staatsoper, Kronprinzenpalais, Neuer Wache und Zeughaus ein städtebaulich harmonisches Hauptstadt-Ensemble. Hier kommt Berlin zu sich und zu seiner Geschichte. Dieses architektonisch stimmige Bild wird nunmehr abgerundet durch die Wiederherstellung des Palais Unter den Linden 1. Es ist die neue Konzernrepräsentanz von Bertelsmann und Bertelsmann-Stiftung in Berlin. Früher stand hier das Haus des Berliner Stadtkommandanten. Die originalgetreue Rekonstruktion seines architektonischen Erscheinungsbildes, seiner ursprünglichen Proportionen und klassizistischen Fassade war Vorgabe des Berliner Senates und Bedingung für den Kauf des Grundstücks. Den Bauauftrag vergab Bertelsmann an das Kölner Architektenbüro Thomas van den Valentyn (Gestaltung im Innenbereich, Wintergarten) und das Berliner Büros Stuhlemmer Architekten (Rekonstruktion historische Fassade). Im Gegensatz zum Äußeren waren die Architekten im Inneren in ihren gestalterischen Vorgaben frei. Das bot die Möglichkeit, historischen Baustil mit erkennbar zeitgenössischer, lichtdurchfluteter Architektur zu kombinieren. Man wollte der Historie von Berlin Rechnung tragen, ohne aus dem Haus ein Museum zu machen. Die realisierte Lösung zeigt einen Grundriss von fließenden Räumen, eine offene, großzügige Treppenanlage und eine dem Thema Licht Rechnung tragende großdimensionierte Verglasung des Wintergartens. Alt und Neu harmonieren erkennbar. Mit den Worten des Architekten: „Bertelsmann Unter den Linden 1 ist wie eine gebaute Visitenkarte des Unternehmens und nicht einfach ein simples Bürohaus. In seiner großflächigen Transparenz öffnet sich das Haus der Stadt und ist damit gleich in mehrfacher Hinsicht der Ort der Kommunikation.“
Nun zum Hellerauer Part: Mediathek, Wandverkleidung und Decke des Lindensaales, Bareingang, Fertigung des Bartresens im Club, wobei höchste Anforderungen gestellt wurden. Der Tresen ist verkleidet mit einer Kombination aus dunklem Makassarfurnier und einer weinroten, gebogenen Glasfront. Vor allem der Edelstahlsockel der Glasfront im Tresen war schwierig zu bauen. Über dem Tresen „schwebt“ scheinbar eine Decke aus hellem Alabaster. Die hinterleuchteten Alabasterplatten sitzen auf Trägern aus Glasfaser. So entsteht ein Hell-Dunkel-Kontrast, der als Gestaltungselement auch das ganze Gebäude durchzieht. Die Decke aus den Alabaster-Glasfaser-Elementen wird durch Abhänger aus Metallstäben gehalten. Die Anbringung der Steinplatten forderte höchstes handwerkliches Geschick, denn Alabaster ist ein extrem weicher Stein. Nun ist alles nach Plan verwirklicht: Die neue Hauptstadtrepräsentanz von Bertelsmann, Unter den Linden 1.
 

Text: Rainer Baginski
Foto: Bernadette Grimmenstein