27.06.2014

Werkbundausstellung 2014 in Venedig

Der Vorgänger von Donna Leons Commissario Brunetti heißt Tron, ist der Spross eines alten Adelsgeschlechts und lebt im Palazzo Tron am Canal Grande in Venedig. Liest man die historischen Krimis von Nicolas Remin über den ungewöhnlichen Ermittler, kann man die dort beschriebenen bröckelnden Räume kaum in Übereinstimmung bringen mit dem wunderbaren Saal, den der Deutsche Werkbund Berlin als Ausstellungsraum für die Werkbundausstellung 2014 gefunden hat.

Der wirkliche Palazzo Ca´Tron ist eine wahrhaft noble Umgebung.

Anlässe für diese ambitionierte Wahl gab es genug: die bahnbrechende Werkbundausstellung von 1914 jährt sich zum einhundertsten Mal, in Venedig findet die 14. Internationale Architektur-Biennale statt und die Diskussionen um die Zukunft des deutschen Pavillons auf dieser Exposition brechen nicht ab. Alles zusammen ergab fast zwangsläufig das spannende Konzept der Ausstellung. Unter dem Titel „this is modern“ zeigen 22 deutsche Architekturbüros Entwürfe für den künftigen Umgang mit dem Pavillon auf dem Biennale-Gelände in den Giardini (7. Juni – 23. November 2014). Die Ausstellung findet im Umfeld der Biennale statt und bildet die Spannweite der Positionen der architektonischen Gegenwartsdiskussion in Deutschland ab. Der Werkbund folgt damit seinen besten Traditionen: er präsentiert und regt Diskussionen an.

Als Gründungsmitglied dieser verdienstvollen Institution (1907) war eine Beteiligung an der Ausstellung für uns Ehre und Verpflichtung. Schließlich war auch die erste Geschäftsstelle des Bundes im damals brandneuen Unternehmensgebäude der Deutschen Werkstätten in Hellerau. Wir unterstützten das Vorhaben durch die Konstruktion und Fertigung von Ausstellungsmöbeln. Jetzt stehen sie in einer zauberhaften Umgebung und zeigen sich von ihrer besten Seite. Die Ausstellung fühlt sich wohl in ihrem aristokratischen Ambiente und der Besucher weiß dies ebenso zu schätzen wie die anregenden Inhalte. Überzeugen Sie sich selbst, wenn Sie vorbeikommen.

Fotos: Stefan Müller

Text: Deutsche Werkstätten