30.08.2016

Von einem, der auszog - Andreas berichtet von seinem Erasmus-Praktikum

Als ich vor etwa einem halben Jahr in der Deutschen Handwerks Zeitung las, dass man auch als Auszubildender am Erasmus-Programm teilnehmen kann (www.erasmusplus.de), war sofort mein Interesse geweckt. Ich erhoffte mir viele neue Erfahrungen und freute mich natürlich auch darauf, andere Regionen kennenzulernen. – Am Ende wurden meine Vorstellungen sogar noch deutlich übertroffen.

Um meinen handwerklichen Horizont zu erweitern, suchte ich ganz bewusst nach einem Unternehmen, das anders ist als die Deutschen Werkstätten. Letztlich entschied ich mich für die Holzwerkstatt Markus Faißt im österreichischen Hittisau (www.holz-werkstatt.com), einem familiengeführten Kleinbetrieb mit sieben Tischlern, der ausschließlich Möbel aus regionalem Massivholz herstellt.

In Hittisau im Bregenzerwald wurde ich sehr nett aufgenommen und lernte schnell alle Kollegen und deren Familien kennen. Im Verlauf der ersten Woche wurden mir dann die Abläufe und die Fertigungstechniken im Unternehmen gezeigt. Meine Erfahrungen aus dem ersten Lehrjahr konnte ich direkt dazu nutzen, um Stühle, Tische, Bücherschränke und andere Möbel zu fertigen.

In der zweiten Woche bekam ich einen eigenen Auftrag: ein Bücherschrank mit sieben Schiebe-Elementen aus Buche und Filz-Oberflächen. Ich begann direkt mit der Zeichnung und beendete das Projekt in der fünften Woche mit der Montage. In der Zwischenzeit hatte ich aber auch die Möglichkeit, Erfahrungen im Sägewerk und beim Böttcher zu sammeln. Abseits der Arbeit war auch immer was los. Ich habe viel erlebt und viele tolle Menschen kennengelernt.

Zum Abschluss des sechswöchigen Aufenthalts durfte ich ein Möbel nur für mich bauen, welches mir anschließend nach Löbau, in meine Heimat, geschickt wurde. Es ist ein Sideboard aus Eiche geworden, bei dem alle Eckverbindungen gezinkt sind. Die vier Schubladen sind mit Naturfilz belegt, wobei ein eingearbeitetes Eichenblatt das Möbel einzigartig macht.

Das Auslandspraktikum hat mich sehr vorangebracht und ich kann die Teilnahme am Erasmus-Programm nur weiterempfehlen. Ich hatte sicherlich auch viel Glück mit meinem Praktikumsbetrieb, bei dem ich mich noch einmal herzlich bedanken möchte. Dank sagen möchte ich aber auch den Verantwortlichen bei den Deutschen Werkstätten, ohne deren Unterstützung das alles nicht möglich gewesen wäre.

Andreas Graf

 

 

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